Samstag, 28. September 2013

Junge Union im Dialog mit Landwirten aus dem Landkreis


JU besichtigt einen konventionellen landwirtschaftlichen Betrieb in Haselmühl - klares Signal gegen grüne Polemik

Am vergangenen Donnerstag besichtigten Vertreter der Jungen Union Amberg-Sulzbach den landwirtschaftlichen Betrieb Schönberger in Haselmühl, um sich über die Situation der konventionellen Landwirtschaft im Landkreis zu informieren. In der anschließenden Gesprächsrunde tauschten sich die Jungpolitiker mit Vertretern aus Landwirtschaftsverbänden, dem Bundestagsabgeordneten Alois Karl und jungen Bauern über die Anliegen der Landwirte aus.
Ein Anlass des Besuches waren die vermehrten öffentlichen Angriffe der Grünen gegen die konventionelle Landwirtschaft. So wurde diese Form der Landwirtschaft in letzter Zeit  grundsätzlich verurteilt und immer wieder in schlechtes Licht gerückt. Diesem Ansinnen will die Junge Union Amberg-Sulzbach mit Nachdruck entgegentreten, wie der JU-Kreisvorsitzende Michael Mertel gleich zu Beginn der Veranstaltung klarstellte! Landwirt Stefan Schönberger führte die interessierten JUler zunächst  über das Gelände des Hofs und erzählte ihnen dabei Einiges über den typischen Familienbetrieb: In seinem Zucht-  und Mastsauenbetrieb, der nun bereits in der dritten Generation besteht, wird zu 70 Prozent selbsterzeugtes Futtergetreide gefüttert, der Rest wird von Landwirten aus der nahen Umgebung zugekauft. Gedüngt wird maßgeblich mit der Gülle aus dem eigenen Betrieb. Gerade dem Punkt, dass das verwendete Futter hauptsächlich selbst angebaut wird, räumte der stellvertretende JU-Bezirksvorsitzende Henner Wasmuth in Anbetracht weltweit steigender Nahrungsmittelpreise einen moralischen Vorteil ein. Bei Zucht und Mast ist ein gesunder Tierbestand immerwährendes Ziel und die unerlässliche Grundlage für ein hohes Leistungsniveau. „Wir sehen uns dabei in der Lage den Spagat zwischen Tier- und Umweltschutz, Erzeugung von genügend und hochwertigen Lebensmittel und Wirtschaftlichkeit einer weitgehend ‚förderunabhängigen‘  Landwirtschaft zu schaffen“, so Stefan Schönberger. Bei der anschließenden Diskussionsrunde ergänzte der JU-Kreisvorsitzende Michael Mertel hierzu:
„Die konventionelle Landwirtschaft im Landkreis produziert nicht nur hochwertigste Nahrungsmittel für unsere Gesellschaft sondern erbringt gleichzeitig auch eine ganz andere Leistung: Die Pflege unserer Kulturlandschaft im Rahmen der Bewirtschaftung der Äcker und Wiesen!“ Jürgen Donhauser, Landwirt aus Moos, sprach die derzeitigen Wahlplakate der Grünen an. Besonders Plakate mit dem Slogan ‚Schnauze voll von Antibiotika‘ und dem Bild eines Schweines auf der grünen Wiese würden den Lesern suggerieren, die konventionellen Landwirte wären allesamt Tierquäler mit hemmungslosem Antibiotikaeinsatz. „Es zeigt zum einen wie wenig Sachkompetenz bei den Grünen vorhanden ist und zum anderen wie skrupellos sie aus Wahlkampfzwecken heraus eine ganze Berufssparte als Sündenbock missbrauchen.“ Auch Bundestagsabgeordneter Alois Karl sprach sich deutlich gegen diesen Generalvorwurf durch die Grünen aus und hob die positiven Leistungen aller Landwirte hervor, egal ob konventionell oder ökologisch wirtschaftend. „Es gibt hier kein Gut oder Böse wie von den Grünen dargestellt, sondern unterschiedliche Produktionsweisen, die sich nach den Bedürfnissen der Verbraucher ausrichten.“ Karl äußerte ebenfalls Verständnis für die vorgebrachte Kritik an der zunehmenden Bürokratisierung und versprach hier tätig zu werden. So könnten zum Beispiel die Zeiträume, wann Gülle ausgebracht werden darf, flexibler gestaltet werden. Georg Straller, Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsgetreide Amberg-Sulzbach, lenkte das Thema der äußerst anregenden Diskussion auf das Verhältnis zwischen Produzenten und Verbrauchern: Die Gesellschaft selbst treibe die Landwirtschaft in eine gewisse 'Enge'.
Zu jeder Zeit müsse jedes Produkt in der Ladentheke vorrätig sein. Dieses gewünschte Schlaraffenland fordert die Landwirte heutzutage zu enormen Investitionen und großen Druck, die Kundenpräferenzen zufriedenstellen zu können. „Wir Landwirte bemühen uns mit größten Anstrengungen so gut es geht, den vielfältigen Wünschen der Verbraucher gerecht zu werden. Im Gegenzug erwarten wir aber auch, dass unserer Berufssparte der nötige Respekt und die gebotene Akzeptanz durch die Gesellschaft zu Teil wird.“ Der stellvertretende JU-Kreisvorsitzende Josef Vogl kommentierte zum großen Investitionsdruck, dem die Landwirte ausgesetzt sind: „Entweder aufhören oder Megabetrieb - finde ich nicht die richtige Wahlmöglichkeit. Ein Umdenken beim Verbraucher sollte stattfinden“.
Zum Abschluss des mehr als dreistündigen Gesprächs stellte der Bezirksvorsitzende des „Verbandes für landwirtschaftliche Fachbildung in Bayern“ Dieter Dehling, der selbst Mitglied der Jungen Union ist, die typische Ausbildung eines Landwirtes vor. Jeder, der diese umfangreiche und fundierte Schulung durchlaufen hat, sei in der Lage hochwertige Lebensmittel im Einklang mit Tier und Natur zu erzeugen. Und deshalb plädierte Dehling an die Gesellschaft, dem durch die gezielte Lehre angeeigneten und über viele Generationen weitergegebenen Sachverstand der Landwirte mehr Vertrauen zu schenken.

 


Keine Ereignisse gefunden.

weitere Termine